06.06.-18.06.2007

Mein Name ist Coco. So hat mein neues Frauchen mich getauft. Angeblich rieche ich wie ein Parfüm, dessen Erfinderin meinen Vornamen trägt. Mir soll es egal sein. Endlich habe ich einen Namen.

Zwei junge Frauen haben mich aus einem Haus befreit, wo ich von einem nervigen kleinen Jungen sehr gequält wurde. Niemand hinderte das Kind daran, mir weh zu tun. Irgendwann musste ich zu Leuten, wo schon 2 große Katzen lebten. Diese beiden Katzen vermöbelten mich, sobald ich mich ihnen zeigte. Also versteckte ich mich hinter der Heizung. Man war immerhin so nett, mir Klo und Fressnapf dorthin zu bringen, auch wenn das Klo nie gereinigt wurde. Dann musste ich aber wieder zurück zu diesem schrecklichen Kind und seiner Mutter. Wieder wurde ich gequält. Aber eines Tages kamen Leute vom Amt und sie sagten, die beiden müssen aus der Wohnung ausziehen. Ich saß dann ganz alleine in einem Zimmer mit meinem übervollen Klo und wusste nicht, was nun aus mir werden würde. Ich hatte Angst. Es kamen zwei junge Frauen, die sich hektisch nach etwas umsahen. Ich begriff erst später, dass sie wohl nach mir gesucht haben. In Windeseile packten sie mich in die Transportbox und schnappten sich noch ein paar meiner persönlichen Dinge. Viel hatte ich ja nicht. Ich wurde nun in eine Wohnung gebracht, in der niemand lebte, der mich quälte. Aber das Frauchen war schon sehr besorgt, dass ich irgendetwas kaputt machen könnte. Ich wollte doch nur alles ansehen! Schließlich durfte ich noch nie alleine in einer Wohnung ungestört alles ansehen. Ich bekam neue Näpfe, ein neues Klo und Spielsachen. Auch eine Decke schenkte man mir. Es war alles soweit sehr schön, aber ich durfte mich eben nicht bewegen, ständig war das Frauchen da und sah genau hin, was ich als nächstes tat.

Kurze Zeit später kam eine Frau in die Wohnung. Sie setzte sich im Flur auf den Boden. Warum tut sie so was? Ich ging mal hin und stupste sie mit meinem Köpfchen. Sie schien ok zu sein. Sie saß dann am Tisch, die Frauen unterhielten sich und ich dachte mir, ich springe der Besucherin mal auf den Rücken. Die redete einfach weiter, zog mich zu sich nach vorne, streichelte mich und setzte mich auf den Boden. Was war das? Kein hysterischer Schrei? Ich sprang ihr auf den Schoß und starrte sie an. Irgendwer meinte, ich würde noch nach der Dame duften, die mich vorhin mal gestreichelt hatte. Diese Besucherin meinte, dann würde sie mich von nun an Coco nennen. Ich fands ok. Sie hielt mich auf dem Arm und ich sah sie mir genauer an. Mit den Pfoten tastete ich vorsichtig in ihrem Gesicht herum, aber es störte sie nicht. Dann fragte sie auf einmal, ob ich mit ihr mitkommen will und bat mich, in die Box zu gehen. Hm…. Ich war schon neugierig, was dann wohl kommen mag und tat ihr den Gefallen. Mitsamt meiner Box, dem Klo und dem Kratzbaum sowie ein paar Spielsachen fuhren wir im Auto. Ich guckte mir die Gegend an. Wir fuhren aus der Stadt aufs Land. Hier war es viel mehr grün als in der Stadt. Vor einem Haus hielten wir dann an. Ich wurde ins Haus gebracht, genau wie meine ganzen Sachen. Die Haustür wurde verschlossen und die Tür meiner Box geöffnet. Ich bin dann doch mal raus aus der Box und hab mich umgesehen. Hm…. Hier roch es nach Kater! Zu der Zeit war ich rollig und dieser Kater kam mir gerade Recht! Ich erkundete erstmal die Wohnung und bin mal kurz aufs Klo. Dann beschloss ich, den Kater zu suchen. Damit er mich auch auf jeden Fall wahrnimmt, markierte ich alle Gegenstände, die stark nach ihm rochen mit meinem Urin. Ich verbrachte Tage damit, aber dieser Kater tauchte nie auf. So langsam hege ich den Verdacht, der wohnt gar nicht mehr dort.

In der ersten Nacht habe ich auf meinem neuen Frauchen wild rumgeturnt. Sie schimpfte: Coco, hör bitte auf damit. Ach, ich hatte keine Lust, aufzuhören. Also tobte ich weiter. Aber was tat sie?? Sie schnappte mich, setzte mich vor die Tür, schloss sie und ich saß da auf dem Flur und guckte dumm. Sowas. Ich jaulte etwas, aber sie ließ sich nicht erweichen. Dumm gelaufen. Besser, ich werde in Zukunft die Nacht ruhiger angehen, sonst muss ich wieder im Flur bleiben.

Ich darf nicht auf dem Tisch rumturnen. Hat mein Frauchen mir verboten. Aber ich tue es trotzdem, allerdings nur dann, wenn sie nicht da ist. Trotzdem merkt sie es. Immer, wenn sie heimkommt, sagt sie ganz drohend: Cocooooo?? Warst Du wieder auf dem Tisch?? Wenn ich noch wüsste, woran sie das erkennt! Ich werfe mich dann zu Boden und halte ihr meinen Bauch hin zum Kraulen. Damit habe ich sie schnell weichgekocht.

Sie hat einen Schrank, der ist innen ganz kühl. Wenn sie den öffnet, riecht es nach leckeren Dingen, die ich noch nicht kenne. Ich springe gerne einfach hinein, um einen kurzen Blick zu erhaschen. Aber ich darf es nicht. Sie hebt mich immer wieder dort raus. Ich werde das trotzdem weiterhin tun. Es riecht eben so gut dort drin.

Es gibt eine Treppe in der Wohnung, die ist mit Teppichboden ausgelegt. Hier wälze ich mich mit Vorliebe bevor ich weiter renne auf den Dachboden. Rauf und runter renne ich, mehrmals am Tag. Da oben ist es klasse. Etwas viele Spinnweben, aber man kann herrlich dort toben und in den Dachbalken wandern. Hier riecht es auch nach Kater. Auch wenn der vielleicht nicht mehr dort wohnt, ich habe vorsichtshalber auch dort meinen Urin abgesetzt. Man weiß ja nie.

Vor ein paar Tagen war ein Gewitter. Ich hatte Angst. Mein neues Frauchen ging gebückt und suchte etwas am Boden. Hoch oben saß ich auf einem kleinen Rattanregal und dachte mir: Wen oder was sucht die denn da bloß, ich bin doch hier oben! Ich sang leise vor mich hin, um auf mich aufmerksam zu machen. Plötzlich drehte sie sich um, starrte mich aus schreckgeweiteten Augen an und meinte nur: Coco!! Wie um Himmels Willen bist Du denn da hoch gekommen? Tja, das ist mein Geheimnis, das sag ich keinem.

Ich kann noch höher gelangen, wenn ich will. Auf dem Kleiderschrank im Schlafzimmer bin ich schon gewesen. Der ist sehr hoch, bis knapp unter die Zimmerdecke. Aber ich habs geschafft. Leider bin ich alleine nicht mehr runtergekommen und musste dann doch kläglich maunzen, damit mein Frauchen mit der Leiter angerückt kam. Peinlich wars mir schon. Als sie mich runtergehoben und die Leiter wieder weggebracht hatte, versuchte ich es nochmal: Ich sprang auf die Tür und von dort mit einem Satz auf den Schrank. Jetzt musste ich einen Weg finden, alleine dort runter zu kommen. Gott sei Dank hängt neben dem Schrank an einem Garderobenhaken allerhand Kleidungszeug vom Frauchen. Ich ließ mich mit ausgefahrenen Krallen langsam daran herabgleiten. Na, wer sagts denn! Geht doch!

Etwas später muss mein Frauchen irgendwie dahinter gekommen sein, wie ich gedenke, von nun an vom Schrank zu klettern. Sie schimpfte mich aus, dass ich ihre Kleider kaputt reiße und dass das so nicht ginge, sie würde sich was einfallen lassen. Naja, warte ich halt ab, was da kommt.

Wenn sie ein Zimmer lüftet, darf ich nicht dort rein. Ich würde ihr aus dem Fenster springen, meint mein Frauchen. Ja, ok. Ich würde es eben einfach mal probieren. Aber sie lässt mich nicht. Ich muss dann im Flur warten und wenn das Fenster zu ist, darf ich wieder ins Zimmer. Gestern bin ich aber ganz schnell zwischen ihren Füßen durch und rein in das Zimmer mit offenem Fenster. Jucheeee! Aber mein Frauchen sagte so böse: COCO!!! Ich bin auf der Stelle stehen geblieben und reumütig raus gegangen. Ich will ja keinen Streit mit ihr, sie ist ja sonst ganz ok.

Wenn das Frauchen auf dem Dachboden etwas in Kartons sucht, habe ich Spaß. Ich lasse mich dann von den Dachbalken in den Karton fallen und kreische etwas im Flug. Wieder sagt sie: Cocoooooo!! Wo kommst Du denn her geflogen? Ich glaube, der Kater, der dort mal wohnte, der flog nie so in der Gegend rum wie ich. Wenn das Frauchen im Bad ist, setze ich mich ins Waschbecken, dann kann ich ihr besser zusehen. Ich darf aber nur auf dem Rand sitzen, weil ich dort nicht nasse werde, meint sie. Aber ich sitze viel lieber mitten drin im Becken. Durch die Badewanne laufe ich auch gerne. Man kann auch prima in das Abflussloch reinstrullern. Ich habe das öfter getan, aber das Frauchen hat mich ausgeschimpft. Dazu sei mein Klo schließlich da. Na guuuut, dann mach ich das halt ins Klo.

Sie schimpft mit mir, dann küsst sie mich. Eine merkwürdige Person. Aber sie scheint ok zu sein. Wenn sie mich geschimpft hat, dann werfe ich mich zu Boden, versuche niedlich und unschuldig auszusehen und meistens funktioniert das auch. Dann ist sie schon ziemlich angetan von mir. Sie sagt es nicht, aber ich spüre es deutlich!

Wenn sie mein Essen zubereitet, bin ich SEHR ungeduldig. Zuerst habe ich mich ganz lang gestreckt, um mit den Pfoten etwas von der Anrichte zu klauen. Aber ich bin viel zu klein dazu und hätte mir dafür beinahe noch die Pfoten in der Schublade geklemmt. Wieder bekam ich geschimpft, dass ich doch aufpassen soll, ich könne mir doch weh tun! Also bin ich auf die Anrichte gehüpft, weil ich doch SO ungeduldig bin! Das Frauchen sagte dann, ich solle doch am Boden warten und nicht mit dem Kopf in ihrer Salatschüssel hängen. Sie küsste mich und setzte mich auf den Boden. Aber ich bin doch SO ungeduldig. Dann hat sie mein Futter auf den Platz gestellt und ich schlinge dann immer sehr. Sie sagt immer: Coco, schling doch nicht so, Dir nimmt keiner was weg. Na…. Du hast eine Ahnung. Da, wo ich schon gewesen bin, die beiden großen Katzen, die haben mir immer alles weggenommen. Lieber ich beeile mich.

Das Frauchen schubbelt mich immer ganz doll und sie bürstet mein Fell, damit mein Drahthaar etwas geschmeidiger wird. Und die ganzen Spinnweben müssen aus dem Fell. Die bleiben einfach an mir kleben. Ich will das gar nicht. Aber das Frauchen kämmt das ja wieder weg.

Sie sagt immer, ich sei ihre Coco-Maus. Ich werde ihr nicht verraten, dass ich keine Maus bin.

Am liebsten renne ich den ganzen Tag rum, hüpfe, springe, tobe und ich liebe meinen Fellball. Leider ist nicht mehr soviel Fell dran. Vielleicht kauft Frauchen mir ja einen neuen, wenn der hier hin ist?

Ich kann vom Bett auf den kleinen Schrank im Schlafzimmer springen und sicher landen. Frauchen sagt, ich könne fliegen. Sie sagt: Vorsicht, tieffliegende Coco von rechts! Nun bin ich mal gespannt, ob ich hier länger bleiben darf. Bei meinem letzten Frauchen durfte ich nicht lange bleiben. Die war ja so nervös, wenn ich mich bewegte. Ich mochte auch nicht gerne fressen dort, weil es alles stressig war. Jetzt futtere ich einfach mal drauflos. Das Frauchen stört sich nicht dran, ob ich rumfliege oder springe. Sie sagt eben nur mal was, wenn ich etwas nicht darf, aber sie rennt mir nie hinterher. Sicher hat sie keine Lust dazu. Ich würde ja gerne hier bleiben. Es ist so schön viel Platz zum Rennen und ich habe viele Spielsachen. Muss ich mal abwarten, ob ich bleiben darf. Ich bin auch immer ganz lieb und gebe viel Köpfchen, schnurre und lecke dem Frauchen die Finger. Es sieht manchmal so aus, als ob sie mich schon sehr mag.

Manchmal kommt ein älterer Herr zu Besuch, der sagt, ich sei ein kleiner schwarzer Teufel. Er ist der Vater von meinem Frauchen. Ich muss mich an ihn gewöhnen, aber er scheint ganz nett zu sein. Auch die Schwester vom Frauchen war mal da. Aber da bin ich sehr, sehr vorsichtig. Die riecht nach Hund!

Ansonsten muss ich immer von einer Fensterbank zur nächsten hüpfen, wenn der Vermieter draußen den Hof fegt und die Blumen gießt. Er hat mich schon sehr amüsiert angesehen. 

Ich kann mittlerweile sehr gut erkennen, wenn mein Frauchen nach Hause kommt. Dann flitze ich im Eiltempo die Treppe runter und stürme ihr entgegen. Ich bekomme dann ein Katzenleckerli von ihr. Und sie küsst mich. Ja, sie küsst mich öfter und streichelt mich sehr viel. Ich gebe auch bereitwillig Köpfchen und küsse sie auch, wenn ich Lust dazu habe. Sie wirft mir manchmal Bälle zu, die ich fangen soll. Aber das kann ich noch nicht so gut. Ich kann die Bälle besser selber treten und durch die Gegend schleudern.  

Mein Frauchen fotografiert mich ständig. Keine Ahnung, was sie mit sovielen Fotos macht. Bisher hat mich noch keiner fotografiert. Sie sagt immer, ich sei eine sehr hübsche Katze. Hat mir auch noch keiner vorher gesagt. Ich wills einfach mal glauben. Mein Fell glänzt nun auch schön, weil ich oft gebürstet werde und mein Bäuchlein ist nicht mehr ganz so mager. Ich habe jetzt schon leicht weibliche Rundungen und bin sehr stolz drauf.

 

So, für heute ist dann mal genug berichtet. Ich melde mich hier immer mal wieder, dann könnt Ihr meine neuesten Geschichten lesen.

 

Eure Coco

 

 

 

 

18.6.07 15:32

bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Stupsi, Bobby & Andi (18.6.07 20:27)
Liebe Coco,
eines können wir Dir jetzt schon sagen ... Du hast ein tolles Zuhause erwischt . Und dass Frauchen manchmal schimpft oder so ... denk Dir nix, das tut unsere Dosine auch hin und wieder. Wir gucken sie dann ganz lieb an und schnurren, dann kann sie gar nicht anders, als uns zu vergeben .
Alles Gute im neuen Zuhause,
Stupsi, Bobby & Andi

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