Archiv

03.07.2007

Hallo, Leute!

Also, was ich Euch heute zu berichten habe, das glaubt Ihr ja nicht! Ich habe doch erzählt, dass ich vor ein paar Tagen einen Ausflug gemacht habe. Ja, mittlerweile bin ich dahinter gekommen, dass dieser Mann, wo ich gewesen bin und der mir das Kalte Ding in den Po geschoben hat, der Tierarzt ist. Wisst Ihr auch, wieso ich das nun weiß? Na, mein Frauchen hat mich letzten Donnerstag nochmal dorthin gebracht. Meine Kastration stand an. Ja, Ihr lest richtig: Ich bin nun eine Kastraten-Dame!

Der Tag beim Tierarzt war nicht so toll. Mein Frauchen war bei mir und ich drückte mich mal lieber fest an sie. Irgendwann wurde ich gepiekst und dann war ich ja sowas von müde. Ich beschloss, mich hinzulegen und zu schlafen. Als ich dann wieder aufwachte, ziepte es an meinem Bauch und der Bauch war auch etwas kalt. Ich guckte an mir runter und sah, dass dort mein Fell rasiert war! Huch! Ich war nackt! Außerdem befand sich dort eine kleine Naht. Sollte man mir denn den Bauch aufgeschnitten haben? Große Schmerzen hatte ich keine. Mein Kopf brummte allerdings. Meine Zähne fühlten sich auch an, als ob jemand dort etwas mit gemacht hat. Aber ich hielt mich tapfer in meiner Box, versuchte, extrem munter auszusehen, was man mir wohl auch abnahm. Ich dachte mir, dass mein Frauchen doch bald mal kommen muss. Wo war die überhaupt? Die Frau mit den Leckerlis redete öfter mit mir. Mir war dann mal gut übel und ich musste mich übergeben. Leckerlis hätte ich keine gewollt, aber ich bekam ohnehin keine angeboten. Irgendwann klingelte das Telefon ohrenbetäubend laut. Mein Kopf brummte. Der Tierarzt guckte mich an und sagte in den Hörer: "Ja, der Coco gehts gut. Die ist schon aufgewacht und guckt recht munter. Es ist alles glatt gelaufen." Ob das mein Frauchen war? Bestimmt. Wer sonst sollte sich nach mir erkundigen? Aber warum holte sie mich denn nicht? Ich wollte lieber nach Hause, weil ich mich nicht gut fühlte und hier hatte ich auch etwas Angst, wenn ich ehrlich bin. Ich legte mich noch etwas hin und ruhte mich aus.

Irgendwann ging dann die Tür auf und ich hörte mein Frauchen! Ich maunzte! Sie sollte mich doch hören! Sie kam gleich auf mich zu und fragte: "Na, Cocomaus, wie gehts Dir?" Mir war egal, dass ich wieder eine Maus war. Hauptsache, sie war nun da. Sie würde mich sicher mitnehmen. Ich hatte Recht: Sie hat mich mit der Box mit ins Auto genommen und wir fuhren heim. Ohje, aber ich merkte, dass mein Kopf doll brummte. Mir gings nun wirklich nicht besonders gut. Zuhause angekommen, telefonierte Frauchen kurz. Ich lag in meiner Box und fühlte mich noch ne Runde schlecht. Dann hat mich Frauchen mit der Box auf ihren Schoß genommen. Wir saßen auf dem Sofa. Da gings mir etwas besser. Ich war gerade etwas eingeschlafen, als das Telefon klingelte. Das hat mich doch sehr erschrocken.... Mir wurde übel, ich hatte Kopfweh, mein Bauch schmerzte und überhaupt wollte ich meine Ruhe. Ich beschloss, ein bisschen zu wimmern. Mein Frauchen war nicht sehr freundlich am Telefon. Sie beendete sehr schnell das Gespräch und ich hörte, wie sie wieder ein neues begann. Das zweite Gespräch war sehr kurz und ich verstand nur: "Gut, wir kommen sofort." Nun schnappte sie mich in meiner Box, steckte mich wieder ins Auto und wir fuhren eilends wieder zum Tierarzt. Der nahm mich aus der Box, was mich nun doch sehr nervte. Lasst mich doch in Ruhe! Ich fühle mich nicht gut! Aber sowas zeigt man beim Arzt besser nicht. So gut es eben ging, tat ich tapfer. Er meinte, ich hätte einen Schock bekommen. Ja, das kann man wohl sagen! Ich durfte wieder in die Box und zuhause sollte ich dann absolute Ruhe haben. Frauchen fuhr wieder mit mir nach Hause. Ich machte auch keine Anstalten mehr, aus der Box rauszukommen. Hier drin war es nämlich mittlerweile sehr bequem. Ich wollte bitte nur noch schlafen. Frauchen telefonierte dann wieder. Ziemlich lange. Ich fühlte mich auch langsam wieder besser. Die ganze Nacht musste ich in der Box bleiben. Aber ich durfte darin neben meinem Frauchen auf dem Bett stehen. Morgens öffnete sie die Tür der Box. Ich tapste unsicher raus und bin mal gleich zu Frauchen aufs Kissen. Hach, war das gemütlich dort. Vor Wonne tretelte ich etwas an ihrer Stirn. Ich merkte ihr an, dass sie sich freute, dass ich mich besser fühlte. Ganz ok war ich noch nicht, aber nun hatte ich nur noch leichte Bauchschmerzen. Und HUNGER hatte ich! Ich bekam dann etwas zu essen. Aber leider nur eine winzige Portion. Frauchen sagte, ich bekäme gleich nochmal was, aber da ich immer so schlingen würde, wäre zuviel Futter auf einmal nicht gut. Naja, wartete ich eben ab, bis ich den nächsten Löffel voll bekam. Ich versuchte, etwas zu springen, aber das tat doch noch weh. Also ließ ich es sein.

Später am Nachmittag kam der Vater meines Frauchens. Der hat mir etwas Tolles mitgebracht: Einen Raschelsack und ein blaues Plüschsofa. Ich hatte früher nie solche Dinge und legte mich sofort auf den Raschelsack. Ich hoffte, dass der wirklich allein für mich sein sollte, er gefiel mir nämlich sehr gut. Aber niemand machte Anstalten, ihn mir wegzunehmen. Am nächsten Tag habe ich stundenlang das Plüschsofa beschlagnahmt. Auch das schien ganz allein mir zu gehören. Es steht direkt am Fenster und ich kann so sehr bequem dort lümmeln und sehen, was draußen so vor sich geht. Eine feine Sache. Ich habe noch eine hellblaue Fellmaus gefunden. Die habe ich mit aufs Sofa genommen, weil ich ab und an etwas an ihr knabbern muss.

Mit ging es dann jeden Tag besser. Mittlerweile flitze ich wieder wie ein Flummi durch die Wohnung und Frauchen sagt wieder öfter: "Coco, das darfst Du aber nicht." Meistens tue ich ihr den Gefallen und gehorche. Ich kann die Dinge ja noch ausprobieren, wenn sie zur Arbeit ist.

Ich fange morgens gerne die Füße von meinem Frauchen, wenn sie durch den Flur läuft. Dann stürze ich mich mit allen Vieren auf sie und kreische dazu. Sie erschrickt dann immer so herrlich und ruft: "Cocoooo! Was tust Du denn da wieder?" Ich denke mir: Wonach siehts denn aus? Ich muss etwas jagen. Und Deine Füße kommen mir gerade recht.

Sie streichelt mich sehr viel. Oft schimpft sie, wenn ich z. B. auf ihre Kamera piesele, aber dann küsst sie mich wieder. Das macht mich sehr verlegen. Ich halte mir dann meist aus Verlegenheit die Augen zu, oder zumindest eines. Man weiß ja gar nicht, wo man dann hinsehen soll!

Aber ich muss Euch sagen, das Gepiesel der Kater interessiert mich jetzt dann doch null. Solche Dinge habe ich nicht nötig. Ich verstehe auch nicht, wieso ich Frauchens Kamera eingepieselt habe. Heute ist mir das zu flach, ich werde das nicht mehr tun. Ich hatte es an dem Tag, an dem ich die Kamera markierte, nämlich amtlich: Ich war eine sehr ungezogene Katze. Das machte mir ja schon Sorgen. So böse war mein Frauchen noch nie auf mich. Diese Kamera schien ihr etwas zu bedeuten. Aber da sie mich ja später wieder knuddelte und küsste, war ich etwas beruhigt.

Ich würde gerne an meiner Wunde lecken. Noch sieht man sie. Ich habe Bedenken, dass die ausgeheilt ist ohne dass ich sie mir aufgeleckt habe! Aber Frauchen verbietet es mir. Sie hält einfach ihren Finger drauf. Sie guckt dann sehr böse und manchmal erhebt sie sogar den Zeigefinger.  Wenn ich mich dann auf den Rücken werfe und ihr meinen kahlen Bauch hinhalte, nützt das auch nichts. Sie sagt immer noch, dass ich nicht an der Wunde lecken darf. Gut, ich lasse es dann sein. Auch wenn sie nicht zuhause ist, ich lasse es lieber. Sie würde es ohnehin wieder merken und mich dann schimpfen.

Ich möchte auch nicht riskieren, dass ich hier wieder weg muss. Mir gefällt es nämlich ausgesprochen gut. Jede Nacht darf ich bei meinem Frauchen auf dem Kopfkissen schlafen. Ich schnurre dann sehr laut und sie sagt öfter, dass sie es nicht versteht, wie so eine kleine Katze so laut schnurren kann. Am Tag oder abends liege ich gerne auf meinem Plüschsofa und sehe aus dem Fenster. Außerdem habe ich noch einen sehr gemütlichen Platz am Treppenaufgang zum Dachboden. Dort kann man auch sehr gut schlafen.

Der Dachboden ist nun geschlossen. Frauchen sagt, ich darf da erst hin, wenn es nicht mehr so schlimm ist, dass meine Wunde schmutzig wird. Mir ist das ja egal, ob die schmutzig ist, aber ich füge mich dann in mein Schicksal. Wenn ich dort wieder hoch darf, dann tobe ich wieder wie verrückt.

Wenn ich mein Futter bekomme, bin ich sehr ungeduldig, wie ich schon mal berichtete. Gestern ist mir dann etwas Dummes passiert: Ich konnte mich so gar nicht mehr beherrschen und es roch auch schon so lecker, also sprang ich dann beherzt auf die Anrichte, um schon mal nachzusehen, was es Leckeres gibt. Frauchen sagte nur: "Coco.... das darfst Du nicht." Sie meint, sie hätte Angst, wenn der Herd mal an wäre, ich könnte mir die Füße verbrennen. Ach, dann springe ich doch nicht dort hoch. Ich wollte nur jetzt bitte mal sehen, was es zu futtern gibt. Ich rutschte aber leider etwas und fiel prompt mit den Vorderfüßen in die Salatschüssel, die in der Spüle stand. Mein Frauchen sagte, sie möchte keine Fleischbeilage mit Fell in ihrem Salat, ich solle da doch wieder rauskommen. Klasse, jetzt klebte so ein würziges Zeug an meinen Pfoten. Ich beschloss, etwas zu jammern. Frauchen kam mit einem feuchten Tuch und schimpfte mich, dass ich selbst Schuld sei. Das käme davon, wenn man so ungeduldig ist. Sie wusch mir die Pfoten ab. Ich ließ sie gewähren, der Duft dieses Gewürzes sollte nämlich unbedingt weg von meinen Pfoten.

Ich habe mich dann später auf den Schrank in der Küche gesetzt. Das Backblech roch sehr lecker. Dort setzte ich mich drauf. Auch das sollte ich lieber nicht tun. Frauchen meinte, es gehöre sich nicht. Naja, ich hab halt noch schnell eine Blumenvase auf dem Küchenschrank umgeworfen und bin dann runtergesprungen. Etwas ziept es ja noch in meinem Bauch, aber springen kann ich schon fast wieder so hoch wie früher.

Ich glaube, hier kann ich leben und es sieht auch nicht so aus, als ob mein Frauchen mich nochmal weggeben wird. Mit meiner Situation bin ich sehr zufrieden. Letztens habe ich Fotos von Caruso gesehen. Er war ein stattlicher Herr. Ich habe das Foto, das mir am besten gefiel, mit der Nase gestubst. Aber das interessiert mich nun nicht mehr. Mein Interesse an der Katzenmännerwelt ist nun endgülig vorbei. Einen Mann möchte ich keinen mehr. Das war mal.  

So, das wäre nun der Bericht für heute. Dann bis die Tage, ich komm wieder, keine Frage.

Eure Coco

3.7.07 16:55, kommentieren

09.07.2007

Hallo, alle miteinander!

Ich möchte heute von meinem Besuch berichten, der mich gestern heimsuchte.

Es war die Schwester meines Frauchens, die ist ok. Sie hat ein Baby, das ist auch ok. Und sie hat einen Mann..... ich habe ihn vorsichtshalber sofort angeknurrt, schon als er noch draußen auf dem Bürgersteig stand. Irgendwas strahlte er aus, das mich zum Knurren animierte. Mein Frauchen fragte: "Coco, Du kannst knurren?? Was ist denn los?" Ich kreischte noch sehr laut, gab Fersengeld und sah zu, dass ich auf meine rettende Treppe in Richtung Speicher kam.

Mein Frauchen öffnete die Tür und sagte: "Oh!" und machte die Tür wieder zu. Dann meinte sie zu mir: "Lauf, Coco! Lauf hoch!" Ich rannte! Frauchen öffnete die Tür und ich hörte den Mann fragen: "Kann ich Coco mal ansehen?" Mein Frauchen meinte, ich sei grad nicht aufzufinden, aber sicher käme ich bald zum Vorschein. Ich bin die Treppe wieder runter gegangen. Ganz leise. Und oben hab ich zwischen den Holzgeländer-Stäben neugierig hindurchgeguckt. Da wurde ein Kinderwagen in die Wohnung gezogen. Der war schon öfter da. Dort liegt ein Baby drin, das ab und zu mal brüllt. Dummerweise hab ich wohl zu neugierig rumgestanden, plötzlich sagte der Mann: "Da ist sie ja!" Mist! Er hatte mich gesehen. Frauchen guckte sehr angespannt. Der Mann fragte, ob ich denn auch so schlagen und beißen würde. Nein, sowas mache ich nicht. Aber Frauchen antwortete, dass ich das nur dann täte, wenn man mich anfasst. Ansonsten sei ich friedlich. Was erzählte sie denn da? Das stimmte doch gar nicht. Ich hab noch nie geschlagen und gebissen.

Alle gingen ins Wohnzimmer. Ich bin dann auch dorthin. Der Mann saß auf dem Sofa. Ich legte mich im Türrahmen in Lauerposition, preschte dann völlig unerwartet los und biss dem Mann ins Knie. Irgendwas ging von ihm aus, das ich nicht mochte. Er meinte dann, dass ich gestört sei und genauso aggressiv wie Caruso. Aha! Der mochte ihn wohl auch nicht! Er zappelte mit einer Angel herum. Ach, der konnte gar nicht richtig mit mir spielen. Ich wollte ihm zeigen, dass ich das BAND an der Angel fange möchte, nicht den Stiel! Das hat er nicht verstanden. Also kratzte ich ihm etwas über die Hand, damit er mal merkte, dass etwas nicht stimmte. Er meinte, ich sei eine kleine Furie und wo man denn an solche unmöglichen Katzen käme. Frauchen schnappte mich und drückte mich fest an sich. Sie sagte, ich sei eine ganz liebe Katze. Aha! Ich bin also lieb! Gut zu wissen! Sie ließ mich wieder los, ich lief in den Flur und hüpfte zum Baby in den Wagen. Es ist ungefähr so groß wie ich, vielleicht sogar ein wenig größer. Frauchens Schwester meinte, ich solle aufpassen. Frauchen guckte ängstlich, weil der Mann schon wieder kam und sagte, ich dürfe sowas nicht. Also hat Frauchen mich schnell wieder genommen und fest gedrückt. Der Mann wollte mich streicheln. Das mochte ich nicht, ich fing deshalb an zu schreien. Frauchen steckte mich in die Box und schloss die Tür. Uff! Ich war in Sicherheit. Die Box schob sie hinter den Sessel und der Mann meinte, sie sei verrückt. Mein Besuch ist dann gegangen. Ich hatte für den Tag auch genug Besuch. Das war sehr anstrengend und richtig spielen konnte der auch nicht mit mir.

Danach musste ich gleich ein Nickerchen halten.

Vorgestern, am Samstag hatte ich auch Besuch. Es waren Leute, die in der Nachbarschaft wohnen. Sie wollten mich auch angucken. Bin ich etwas Besonderes, oder warum möchte mich jeder angucken? So langsam bekomme ich Starallüren. Man brachte mir Knabberstäbchen mit Salamigeschmack mit. Sehr lecker! Und ich wurde angemessen bewundert, weil ich so schön sei und mein Fell so glänzt. Aber ich sei ja so winzig und so dünn. Frauchen versicherte, dass ich genug futtern würde, aber sie könne mich ja wohl schlecht mästen wie eine Weihnachtsgans.

Man streichelte mich, ich ließ es geschehen. Die Leute waren nett und bewunderten mein Sofa und mein Spielzeug. Ich saß wie eine Prinzessin mittendrin und guckte alle an. Frauchen hatte wohl Angst, ich könnte zertreten werden, sie hat mich dann auf den Arm genommen. So konnte ich auch besser von oben sehen. Die Leute waren nicht lange da. Sie wollten mich eben nur mal ansehen. Ich glaube, ich bin eine richtige Schönheit. Warum sonst kommen Leute, um mich anzusehen?

Bis die Tage!

Eure Coco

 

9.7.07 14:37, kommentieren