09.07.2007

Hallo, alle miteinander!

Ich möchte heute von meinem Besuch berichten, der mich gestern heimsuchte.

Es war die Schwester meines Frauchens, die ist ok. Sie hat ein Baby, das ist auch ok. Und sie hat einen Mann..... ich habe ihn vorsichtshalber sofort angeknurrt, schon als er noch draußen auf dem Bürgersteig stand. Irgendwas strahlte er aus, das mich zum Knurren animierte. Mein Frauchen fragte: "Coco, Du kannst knurren?? Was ist denn los?" Ich kreischte noch sehr laut, gab Fersengeld und sah zu, dass ich auf meine rettende Treppe in Richtung Speicher kam.

Mein Frauchen öffnete die Tür und sagte: "Oh!" und machte die Tür wieder zu. Dann meinte sie zu mir: "Lauf, Coco! Lauf hoch!" Ich rannte! Frauchen öffnete die Tür und ich hörte den Mann fragen: "Kann ich Coco mal ansehen?" Mein Frauchen meinte, ich sei grad nicht aufzufinden, aber sicher käme ich bald zum Vorschein. Ich bin die Treppe wieder runter gegangen. Ganz leise. Und oben hab ich zwischen den Holzgeländer-Stäben neugierig hindurchgeguckt. Da wurde ein Kinderwagen in die Wohnung gezogen. Der war schon öfter da. Dort liegt ein Baby drin, das ab und zu mal brüllt. Dummerweise hab ich wohl zu neugierig rumgestanden, plötzlich sagte der Mann: "Da ist sie ja!" Mist! Er hatte mich gesehen. Frauchen guckte sehr angespannt. Der Mann fragte, ob ich denn auch so schlagen und beißen würde. Nein, sowas mache ich nicht. Aber Frauchen antwortete, dass ich das nur dann täte, wenn man mich anfasst. Ansonsten sei ich friedlich. Was erzählte sie denn da? Das stimmte doch gar nicht. Ich hab noch nie geschlagen und gebissen.

Alle gingen ins Wohnzimmer. Ich bin dann auch dorthin. Der Mann saß auf dem Sofa. Ich legte mich im Türrahmen in Lauerposition, preschte dann völlig unerwartet los und biss dem Mann ins Knie. Irgendwas ging von ihm aus, das ich nicht mochte. Er meinte dann, dass ich gestört sei und genauso aggressiv wie Caruso. Aha! Der mochte ihn wohl auch nicht! Er zappelte mit einer Angel herum. Ach, der konnte gar nicht richtig mit mir spielen. Ich wollte ihm zeigen, dass ich das BAND an der Angel fange möchte, nicht den Stiel! Das hat er nicht verstanden. Also kratzte ich ihm etwas über die Hand, damit er mal merkte, dass etwas nicht stimmte. Er meinte, ich sei eine kleine Furie und wo man denn an solche unmöglichen Katzen käme. Frauchen schnappte mich und drückte mich fest an sich. Sie sagte, ich sei eine ganz liebe Katze. Aha! Ich bin also lieb! Gut zu wissen! Sie ließ mich wieder los, ich lief in den Flur und hüpfte zum Baby in den Wagen. Es ist ungefähr so groß wie ich, vielleicht sogar ein wenig größer. Frauchens Schwester meinte, ich solle aufpassen. Frauchen guckte ängstlich, weil der Mann schon wieder kam und sagte, ich dürfe sowas nicht. Also hat Frauchen mich schnell wieder genommen und fest gedrückt. Der Mann wollte mich streicheln. Das mochte ich nicht, ich fing deshalb an zu schreien. Frauchen steckte mich in die Box und schloss die Tür. Uff! Ich war in Sicherheit. Die Box schob sie hinter den Sessel und der Mann meinte, sie sei verrückt. Mein Besuch ist dann gegangen. Ich hatte für den Tag auch genug Besuch. Das war sehr anstrengend und richtig spielen konnte der auch nicht mit mir.

Danach musste ich gleich ein Nickerchen halten.

Vorgestern, am Samstag hatte ich auch Besuch. Es waren Leute, die in der Nachbarschaft wohnen. Sie wollten mich auch angucken. Bin ich etwas Besonderes, oder warum möchte mich jeder angucken? So langsam bekomme ich Starallüren. Man brachte mir Knabberstäbchen mit Salamigeschmack mit. Sehr lecker! Und ich wurde angemessen bewundert, weil ich so schön sei und mein Fell so glänzt. Aber ich sei ja so winzig und so dünn. Frauchen versicherte, dass ich genug futtern würde, aber sie könne mich ja wohl schlecht mästen wie eine Weihnachtsgans.

Man streichelte mich, ich ließ es geschehen. Die Leute waren nett und bewunderten mein Sofa und mein Spielzeug. Ich saß wie eine Prinzessin mittendrin und guckte alle an. Frauchen hatte wohl Angst, ich könnte zertreten werden, sie hat mich dann auf den Arm genommen. So konnte ich auch besser von oben sehen. Die Leute waren nicht lange da. Sie wollten mich eben nur mal ansehen. Ich glaube, ich bin eine richtige Schönheit. Warum sonst kommen Leute, um mich anzusehen?

Bis die Tage!

Eure Coco

 

9.7.07 14:37, kommentieren

03.07.2007

Hallo, Leute!

Also, was ich Euch heute zu berichten habe, das glaubt Ihr ja nicht! Ich habe doch erzählt, dass ich vor ein paar Tagen einen Ausflug gemacht habe. Ja, mittlerweile bin ich dahinter gekommen, dass dieser Mann, wo ich gewesen bin und der mir das Kalte Ding in den Po geschoben hat, der Tierarzt ist. Wisst Ihr auch, wieso ich das nun weiß? Na, mein Frauchen hat mich letzten Donnerstag nochmal dorthin gebracht. Meine Kastration stand an. Ja, Ihr lest richtig: Ich bin nun eine Kastraten-Dame!

Der Tag beim Tierarzt war nicht so toll. Mein Frauchen war bei mir und ich drückte mich mal lieber fest an sie. Irgendwann wurde ich gepiekst und dann war ich ja sowas von müde. Ich beschloss, mich hinzulegen und zu schlafen. Als ich dann wieder aufwachte, ziepte es an meinem Bauch und der Bauch war auch etwas kalt. Ich guckte an mir runter und sah, dass dort mein Fell rasiert war! Huch! Ich war nackt! Außerdem befand sich dort eine kleine Naht. Sollte man mir denn den Bauch aufgeschnitten haben? Große Schmerzen hatte ich keine. Mein Kopf brummte allerdings. Meine Zähne fühlten sich auch an, als ob jemand dort etwas mit gemacht hat. Aber ich hielt mich tapfer in meiner Box, versuchte, extrem munter auszusehen, was man mir wohl auch abnahm. Ich dachte mir, dass mein Frauchen doch bald mal kommen muss. Wo war die überhaupt? Die Frau mit den Leckerlis redete öfter mit mir. Mir war dann mal gut übel und ich musste mich übergeben. Leckerlis hätte ich keine gewollt, aber ich bekam ohnehin keine angeboten. Irgendwann klingelte das Telefon ohrenbetäubend laut. Mein Kopf brummte. Der Tierarzt guckte mich an und sagte in den Hörer: "Ja, der Coco gehts gut. Die ist schon aufgewacht und guckt recht munter. Es ist alles glatt gelaufen." Ob das mein Frauchen war? Bestimmt. Wer sonst sollte sich nach mir erkundigen? Aber warum holte sie mich denn nicht? Ich wollte lieber nach Hause, weil ich mich nicht gut fühlte und hier hatte ich auch etwas Angst, wenn ich ehrlich bin. Ich legte mich noch etwas hin und ruhte mich aus.

Irgendwann ging dann die Tür auf und ich hörte mein Frauchen! Ich maunzte! Sie sollte mich doch hören! Sie kam gleich auf mich zu und fragte: "Na, Cocomaus, wie gehts Dir?" Mir war egal, dass ich wieder eine Maus war. Hauptsache, sie war nun da. Sie würde mich sicher mitnehmen. Ich hatte Recht: Sie hat mich mit der Box mit ins Auto genommen und wir fuhren heim. Ohje, aber ich merkte, dass mein Kopf doll brummte. Mir gings nun wirklich nicht besonders gut. Zuhause angekommen, telefonierte Frauchen kurz. Ich lag in meiner Box und fühlte mich noch ne Runde schlecht. Dann hat mich Frauchen mit der Box auf ihren Schoß genommen. Wir saßen auf dem Sofa. Da gings mir etwas besser. Ich war gerade etwas eingeschlafen, als das Telefon klingelte. Das hat mich doch sehr erschrocken.... Mir wurde übel, ich hatte Kopfweh, mein Bauch schmerzte und überhaupt wollte ich meine Ruhe. Ich beschloss, ein bisschen zu wimmern. Mein Frauchen war nicht sehr freundlich am Telefon. Sie beendete sehr schnell das Gespräch und ich hörte, wie sie wieder ein neues begann. Das zweite Gespräch war sehr kurz und ich verstand nur: "Gut, wir kommen sofort." Nun schnappte sie mich in meiner Box, steckte mich wieder ins Auto und wir fuhren eilends wieder zum Tierarzt. Der nahm mich aus der Box, was mich nun doch sehr nervte. Lasst mich doch in Ruhe! Ich fühle mich nicht gut! Aber sowas zeigt man beim Arzt besser nicht. So gut es eben ging, tat ich tapfer. Er meinte, ich hätte einen Schock bekommen. Ja, das kann man wohl sagen! Ich durfte wieder in die Box und zuhause sollte ich dann absolute Ruhe haben. Frauchen fuhr wieder mit mir nach Hause. Ich machte auch keine Anstalten mehr, aus der Box rauszukommen. Hier drin war es nämlich mittlerweile sehr bequem. Ich wollte bitte nur noch schlafen. Frauchen telefonierte dann wieder. Ziemlich lange. Ich fühlte mich auch langsam wieder besser. Die ganze Nacht musste ich in der Box bleiben. Aber ich durfte darin neben meinem Frauchen auf dem Bett stehen. Morgens öffnete sie die Tür der Box. Ich tapste unsicher raus und bin mal gleich zu Frauchen aufs Kissen. Hach, war das gemütlich dort. Vor Wonne tretelte ich etwas an ihrer Stirn. Ich merkte ihr an, dass sie sich freute, dass ich mich besser fühlte. Ganz ok war ich noch nicht, aber nun hatte ich nur noch leichte Bauchschmerzen. Und HUNGER hatte ich! Ich bekam dann etwas zu essen. Aber leider nur eine winzige Portion. Frauchen sagte, ich bekäme gleich nochmal was, aber da ich immer so schlingen würde, wäre zuviel Futter auf einmal nicht gut. Naja, wartete ich eben ab, bis ich den nächsten Löffel voll bekam. Ich versuchte, etwas zu springen, aber das tat doch noch weh. Also ließ ich es sein.

Später am Nachmittag kam der Vater meines Frauchens. Der hat mir etwas Tolles mitgebracht: Einen Raschelsack und ein blaues Plüschsofa. Ich hatte früher nie solche Dinge und legte mich sofort auf den Raschelsack. Ich hoffte, dass der wirklich allein für mich sein sollte, er gefiel mir nämlich sehr gut. Aber niemand machte Anstalten, ihn mir wegzunehmen. Am nächsten Tag habe ich stundenlang das Plüschsofa beschlagnahmt. Auch das schien ganz allein mir zu gehören. Es steht direkt am Fenster und ich kann so sehr bequem dort lümmeln und sehen, was draußen so vor sich geht. Eine feine Sache. Ich habe noch eine hellblaue Fellmaus gefunden. Die habe ich mit aufs Sofa genommen, weil ich ab und an etwas an ihr knabbern muss.

Mit ging es dann jeden Tag besser. Mittlerweile flitze ich wieder wie ein Flummi durch die Wohnung und Frauchen sagt wieder öfter: "Coco, das darfst Du aber nicht." Meistens tue ich ihr den Gefallen und gehorche. Ich kann die Dinge ja noch ausprobieren, wenn sie zur Arbeit ist.

Ich fange morgens gerne die Füße von meinem Frauchen, wenn sie durch den Flur läuft. Dann stürze ich mich mit allen Vieren auf sie und kreische dazu. Sie erschrickt dann immer so herrlich und ruft: "Cocoooo! Was tust Du denn da wieder?" Ich denke mir: Wonach siehts denn aus? Ich muss etwas jagen. Und Deine Füße kommen mir gerade recht.

Sie streichelt mich sehr viel. Oft schimpft sie, wenn ich z. B. auf ihre Kamera piesele, aber dann küsst sie mich wieder. Das macht mich sehr verlegen. Ich halte mir dann meist aus Verlegenheit die Augen zu, oder zumindest eines. Man weiß ja gar nicht, wo man dann hinsehen soll!

Aber ich muss Euch sagen, das Gepiesel der Kater interessiert mich jetzt dann doch null. Solche Dinge habe ich nicht nötig. Ich verstehe auch nicht, wieso ich Frauchens Kamera eingepieselt habe. Heute ist mir das zu flach, ich werde das nicht mehr tun. Ich hatte es an dem Tag, an dem ich die Kamera markierte, nämlich amtlich: Ich war eine sehr ungezogene Katze. Das machte mir ja schon Sorgen. So böse war mein Frauchen noch nie auf mich. Diese Kamera schien ihr etwas zu bedeuten. Aber da sie mich ja später wieder knuddelte und küsste, war ich etwas beruhigt.

Ich würde gerne an meiner Wunde lecken. Noch sieht man sie. Ich habe Bedenken, dass die ausgeheilt ist ohne dass ich sie mir aufgeleckt habe! Aber Frauchen verbietet es mir. Sie hält einfach ihren Finger drauf. Sie guckt dann sehr böse und manchmal erhebt sie sogar den Zeigefinger.  Wenn ich mich dann auf den Rücken werfe und ihr meinen kahlen Bauch hinhalte, nützt das auch nichts. Sie sagt immer noch, dass ich nicht an der Wunde lecken darf. Gut, ich lasse es dann sein. Auch wenn sie nicht zuhause ist, ich lasse es lieber. Sie würde es ohnehin wieder merken und mich dann schimpfen.

Ich möchte auch nicht riskieren, dass ich hier wieder weg muss. Mir gefällt es nämlich ausgesprochen gut. Jede Nacht darf ich bei meinem Frauchen auf dem Kopfkissen schlafen. Ich schnurre dann sehr laut und sie sagt öfter, dass sie es nicht versteht, wie so eine kleine Katze so laut schnurren kann. Am Tag oder abends liege ich gerne auf meinem Plüschsofa und sehe aus dem Fenster. Außerdem habe ich noch einen sehr gemütlichen Platz am Treppenaufgang zum Dachboden. Dort kann man auch sehr gut schlafen.

Der Dachboden ist nun geschlossen. Frauchen sagt, ich darf da erst hin, wenn es nicht mehr so schlimm ist, dass meine Wunde schmutzig wird. Mir ist das ja egal, ob die schmutzig ist, aber ich füge mich dann in mein Schicksal. Wenn ich dort wieder hoch darf, dann tobe ich wieder wie verrückt.

Wenn ich mein Futter bekomme, bin ich sehr ungeduldig, wie ich schon mal berichtete. Gestern ist mir dann etwas Dummes passiert: Ich konnte mich so gar nicht mehr beherrschen und es roch auch schon so lecker, also sprang ich dann beherzt auf die Anrichte, um schon mal nachzusehen, was es Leckeres gibt. Frauchen sagte nur: "Coco.... das darfst Du nicht." Sie meint, sie hätte Angst, wenn der Herd mal an wäre, ich könnte mir die Füße verbrennen. Ach, dann springe ich doch nicht dort hoch. Ich wollte nur jetzt bitte mal sehen, was es zu futtern gibt. Ich rutschte aber leider etwas und fiel prompt mit den Vorderfüßen in die Salatschüssel, die in der Spüle stand. Mein Frauchen sagte, sie möchte keine Fleischbeilage mit Fell in ihrem Salat, ich solle da doch wieder rauskommen. Klasse, jetzt klebte so ein würziges Zeug an meinen Pfoten. Ich beschloss, etwas zu jammern. Frauchen kam mit einem feuchten Tuch und schimpfte mich, dass ich selbst Schuld sei. Das käme davon, wenn man so ungeduldig ist. Sie wusch mir die Pfoten ab. Ich ließ sie gewähren, der Duft dieses Gewürzes sollte nämlich unbedingt weg von meinen Pfoten.

Ich habe mich dann später auf den Schrank in der Küche gesetzt. Das Backblech roch sehr lecker. Dort setzte ich mich drauf. Auch das sollte ich lieber nicht tun. Frauchen meinte, es gehöre sich nicht. Naja, ich hab halt noch schnell eine Blumenvase auf dem Küchenschrank umgeworfen und bin dann runtergesprungen. Etwas ziept es ja noch in meinem Bauch, aber springen kann ich schon fast wieder so hoch wie früher.

Ich glaube, hier kann ich leben und es sieht auch nicht so aus, als ob mein Frauchen mich nochmal weggeben wird. Mit meiner Situation bin ich sehr zufrieden. Letztens habe ich Fotos von Caruso gesehen. Er war ein stattlicher Herr. Ich habe das Foto, das mir am besten gefiel, mit der Nase gestubst. Aber das interessiert mich nun nicht mehr. Mein Interesse an der Katzenmännerwelt ist nun endgülig vorbei. Einen Mann möchte ich keinen mehr. Das war mal.  

So, das wäre nun der Bericht für heute. Dann bis die Tage, ich komm wieder, keine Frage.

Eure Coco

3.7.07 16:55, kommentieren

27.06.2007

Hallo, alle zusammen!

Ich muss Euch kurz etwas berichten. Gestern kam das Frauchen von der Arbeit nach Hause und sie machte sich etwas zu essen. Es roch sehr lecker und ich hätte es gerne probiert, aber sie meinte, das sei nichts für Katzen. Also gut, dann wird das wohl so sein. Ich legte mich auf ihren Schoß und wälzte mich drauf rum. Da liege ich sehr gerne. Aber ich hoffte auch insgeheim, dass ihr beim Essen vielleicht etwas runterfallen würde und ich hätte es dann blitzschnell geschnappt und aufgefuttert. Aber das passierte ihr nicht. Letztens fiel ihr etwas Grünes zu Boden, das wollte ich gleich probieren, aber es schmeckte scheußlich. Sie sagte dann: Coco, Salat ist nichts für Katzen. Und sie hatte Recht. Es war wirklich nichts für mich.

Wir lagen so schön beisammen auf dem Sofa, ich auf ihr drauf, als sie dann sagte: So, nun müssen wir aber mal los. Wie? Wo? Was heißt hier WIR müssen los? Wer denn noch? Ich bleib doch immer zuhause. Aber dieses Mal wars anders: Frauchen stellte meinen Transportkorb auf den Sessel und sagte, ich solle doch mal bitte da rein gehen. Ok, tat ich ihr den Gefallen. Ich setzte mich bequem hin, sie schloss die Tür, hob mich im Transportkorb hoch und wir gingen raus. Oooooh, das war aufregend! Alles roch sehr interessant! Vor allem hatten dort einige Kater für mich markiert und mir so ihr Interesse an mir gezeigt. Na, da roch es ja nach einer sehr vielversprechenden Herrenwelt! Ich wurde mit der Box ins Auto gestellt, direkt neben mein Frauchen. Dann fuhren wir los. Ich setzte mich entspannt hin und genoss die Fahrt. Als wir bei einem Haus anhielten, sagte Frauchen: So, Coco. Jetzt sind wir da. Ich wusste ja so gar nicht, WO wir nun waren, aber ich tat einfach so, als ob ich voll im Bilde sei. Ich wurde in das Haus getragen. Frauchen setzte sich auf einen Stuhl und sie stellte meinen Transportkorb mitten auf den Tisch. Ich guckte mich verstohlen um. Da lag ein Hund auf dem Boden. Ein sehr großer Hund. Ich mag Hunde nicht sonderlich. Aber der lag ganz ruhig da. Ok, er durfte weiterhin da liegen. Was mich viel mehr beunruhigte war, dass dort noch einige weitere Katzen waren! Und die starrten mich interessiert an. Ich mag keine anderen Katzen. Andere Katzen sind böse und schlagen mich. Nein, ich kroch lieber ganz weit nach hinten in meine Box, sodass die mich nicht mehr angucken konnten.

Es kamen immer mehr Leute in diesen Raum. Und leider auch immer mehr Katzen. Frauchen hat sich mit den Leuten unterhalten. Als wir eine zeitlang dort gesessen haben, kam eine nette Frau und verteilte Leckerlis an alle Tiere. Ich habe meine gleich aufgefuttert. Ein weiterer sehr großer Hund jammerte ständig. Weichei! So groß und so ängstlich. Ich hatte keine Angst. Aber ich hatte auch nicht mehr so richtig Lust, dort in der Box zu sitzen. Den Sinn dieses Unternehmens verstand ich nämlich gar nicht.

Irgendwann kam die Frau mit den Leckerlis wieder und sagte, mein Frauchen und ich könnten nun kommen. Wo gingen wir denn hin? Es roch alles so sauber und ich konnte mir nicht helfen, zu sauber fand ich schon unangenehm. Ein Mann war in dem Raum. Er fragte mein Frauchen, was sie denn wohl dort in der Box habe. Sie meinte, da sie ja bekennender Katzenfan sei, sei natürlich eine Katze dort drin. Ob der Mann mich mal sehen wollte? Ich schaute vorne aus dem Gitter. Er grinste mich freundlich an und fragte, wie ich heiße. Tja, wie sollte ich ihm das jetzt erklären. Bevor ich aber zu Ende überlegt hatte, sagte mein Frauchen: Sie heißt Coco. Der Mann öffnete den Korb und die Frau mit den Leckerlis bewunderte die Kleidung meines Frauchens. Die beiden scheinen sich zu kennen. Die Frau wirkte nett. Der Mann auch, trotzdem geht von ihm etwas Unheimliches aus. Ich traute ihm nicht. Lieber verkroch ich mich weiter nach hinten in die Box. Er sagte: Dann komm doch mal hervor, kleine Coco. Aber nee.... lieber mal nicht.

Aber dann meinte auch mein Frauchen: Ach, Coco.... sei kein Frosch. Komm, zeig Dich dochmal. Also, ich bin erstens weder ein Frosch noch eine Maus (sagt sie sonst immer zu mir) und ich wollte das auch beweisen. Als ich aus der Box trat, sehr eingeschüchtert, war das Erste, das der Mann sagte: Ach herrje! Das ist ja eine ganz andere Gewichtsklasse als Caruso! Dieser Caruso muss ein Elefant gewesen sein. Ich finde nämlich, ich bin sehr gewichtig! Ich schaffe es sogar, meine Kratzsäule alleine umzuwerfen!

Der Mann hob mich auf den Arm. Ach, das war mir nicht so recht. Frauchen sagte aber, das sei nicht schlimm, ich solle schön brav sein. Na gut.... Sie hat mich so höflich drum gebeten. Ich wurde auf ein kaltes Ding gesetzt und der Mann sagte: Du bist sehr zierlich, meine Kleine. 2,1 Kilo wiegst Du nur, Mäuschen. Er sagte auch Mäuschen! Ich wundere mich, wie dumm Menschen sein können. Ich bin eine Katze! Aber ich sage denen das nicht. Sollen sie mich doch für eine Maus halten. Aber dann wäre ich eine sehr schwere Maus.

Der Mann stellte mich wieder auf den Tisch. Frauchen stand da und hielt mich fest. So ganz wohl war mir nicht. Ich drückte mich ganz fest an sie. Die Frau mit den Leckerlis hielt mir etwas zum Spielen hin. Ach, wie kann die denn jetzt mit Spielzeug kommen? Ich hatte dazu nun wirklich keine Zeit. Das alles war ohnehin schon aufregend genug. Der Mann steckte mir etwas Kaltes in den Po. Das fand ich unverschämt. Frauchen sagte, ich solle ganz lieb sein, das sei gleich vorbei. Sie hatte wieder Recht. Das Kalte Ding wurde aus meinem Po gezogen. Der Mann sagte, ich hätte eine normale Temperatur. Schön. Das findet man also heraus, indem man etwas Kaltes in den Po steckt. Dann drückte er mir etwas kaltes Rundes an den Bauch und sagte, er könne nichts hören, wenn ich weiter so schnurre. Also, ich musste nun aber leider schnurren. Das ging jetzt nicht anders. Nach einer Zeit sagte er dann, dass sich mein Herz normal anhören würde. Ich habe das schon vorher gewusst. Er hätte mich doch fragen können! Dann bekam ich etwas Feuchtes ins Genick. Es fühlte sich auch kühl an. Zur Sicherheit, damit ich auch keine Flöhe bekomme. Schließlich sagte der Mann, ich solle mal das Mäulchen öffnen. Och.... das mache ich eigentlich nicht so gerne. Er hielt mich am Kopf fest und ich dachte, wenn ich jetzt nicht kooperiere, dann zwingt er mich womöglich. Gut.... ich öffnete das Mäulchen. Dann zeigte er meinem Frauchen, was er sah: Sie hat Zahnstein an jeweils den hinteren beiden Backenzähnen. Noch nicht sehr schlimm, aber man sollte da gleich hinter bleiben. Mein Frauchen nickte. Die anderen Zähne seien schön und mein Zahnfleisch auch. Der Mann nahm etwas kleines weißes und meinte, ich solle das runterschlucken. Ob das ein Leckerli war? Ich weiß es nicht. Ich schluckte und schmeckte gar nichts weiter. Er sagte irgendetwas von einem Wurm und dass ich so keinen bekomme. Ich wollte auch keinen Wurm.

Dann kämmte mich der Mann und besah sich das Fell im Kamm: Sie hat keine Flöhe, das ist sehr gut. Er suchte irgendwas in meinen Ohren, aber er fand nichts. Dann sah er sich meine Augen ganz genau an, ich guckte frech, was ihn nicht beeindruckte. Meine Augen seien in Ordnung, genau wie die Ohren. Das habe ich auch schon vorher gewusst. Der Mann meinte, ich sei aber eine sehr brave Katze. Ich dachte noch: Frauchen, erzähle jetzt bitte nicht, dass ich eigentlich eher unartig bin. Aber sie erzählte es doch. Dass ich nämlich soviel Pipi auf all ihre Sachen gemacht habe und dass ich zuhause wie ein Flummi rumspringe. Der Mann sagte etwas wie "rollig" und "kastrieren". Und am Donnerstag solle ich wieder kommen. Macht der das dann alles wieder? Auch wieder das Kalte Ding in meinen Po stecken? Frauchen hat gesagt, sie käme am Donnerstag mit mir zu ihm. Wenn ich es mir recht überlege, es war gar nicht so schlimm dort. Und dann kam die Frau mit den Leckerlis wieder und hat mir noch welche gegeben. Mein Frauchen sagte, ich solle wieder in die Box gehen, wir würden nach Hause fahren. Das klang ja erfreulich! Ich bin in die Box gegangen und die Frau hat mir noch einige Leckerlis als Extra gegeben. Weil ich so brav sei. Ja, da sieht man mal: Ich kann auch brav sein!

Wir sind mit dem Auto wieder nach Hause gefahren. Zuhause bin ich mal gleich aufs Klo. Frauchen hat mir was zu Essen gemacht. Ich hab gefuttert und bin zu ihr ins Wohnzimmer. Ach, da stand ja meine Box! Ich bin zur Sicherheit nochmal hinein und habe nachgesehen, ob ich auch wirklich alle Leckerlis aufgefuttert habe. Dann wurde ich etwas müde und musste kurz in der Box schlafen. Später legte ich mich noch auf mein Frauchen, da ist es auch immer sehr bequem.

Das war der Tag gestern. Ich wollte nur mal erzählen, dass ich einen Ausflug gemacht habe, der gar nicht mal so übel war.

Einen schönen Tag wünscht Euch

Eure Coco

 

27.6.07 16:07, kommentieren

18./19.06.

Ich glaube, ich bin eine unartige Katze. Ich hab gestern und vorgestern nämlich wieder geschimpft bekommen. Frauchen meinte, ich dürfe nicht an ihrer Winterjacke rumklettern, wenn ich auf den Schrank will und ihrer Bluse habe ich ein paar Luftlöcher verpasst, das durfte ich auch nicht. Ich hab mich gleich auf den Boden geworfen und ihr den Bauch hingehalten, aber sie reagierte nicht drauf. Sowas Blödes. Vorm Schlafengehen habe ich statt 4 Catnip-Bits nur 2 bekommen. Vielleicht sollte ich das Klettern an den Klamotten doch besser einstellen. Wenn ich nun jeden Tag 2 Catnip-Bits weniger bekomme, das finde ich doof. Dann bin ich ja wieder rollig. Nur zur Sicherheit setze ich dann überall mal etwas Urin ab. Auch das darf ich nicht. Als ich gestern in Frauchens Pantoffel gestrullert habe, war sie richtig böse. Sie schimpfte sehr mit mir. Ich hab mich wieder auf den Boden geworfen und Frauchen hat mich dann gekrault. Sie sagte was: Na, der Sache werden wir wohl bald ein Ende bereiten. Was meint sie wohl damit? Ihr Tonfall verriet nichts Gutes. Als ich dann im Flur auf die Gardinenstange der Haustür gesprungen bin, mich dann mit den Vorderpfoten an der Stange hielt und meine Hinterpfoten sich in die Gardine krallten, da hat das Frauchen schon wieder gschimpft. Ich dürfe das nicht tun, von der Haustüre hätte ich wegzubleiben und wie ich denn gedenken würde, alleine wieder aus der Gardine rauszukommen. Ach, Frauchen… das schaff ich schon. Ich reiße sie einfach mit mir zu Boden. Sie macht sich immer unnötige Sorgen. Ich bin schnell auf meinen Kratzbaum im Flur und habe Frauchen auf die Nase geküsst. Ich glaube, sie schmolz schon wieder vor Entzücken dahin. Auch wenn sie meinte, ich sei ein kleiner schwarzer, rolliger Teufel.

 

Vorgestern habe ich die Vermieterin kennengelernt. Eine lustige Person. Sie und Frauchen haben sich etwas von Caruso erzählt. Das war der Kater, der vor mir hier gewohnt hat. Irgendwann bin ich dann mal zur Vermieterin hingehüpft, habe meinen Kopf an ihr Bein gedrückt und sie hat mich gestreichelt. Sie juchzte erfreut, und meinte, dass ich aber eine Liebe sei und so schön schnurren könne und so winzig. Caruso sei ja so groß gewesen.... Ich bin gar nicht winzig. Wenn ich mich ausstrecke, dann kann ich meine Pfoten in der Küche in die Schublade klemmen! Aber das darf ich ja auch wieder nicht. Das kann mir wehtun, sagt Frauchen. Ich wollte, das diese Frau mit mir spielt und hetzte die Treppe rauf. Mein Frauchen versteht das, die rennt dann hinter mir her und wir spielen Fangen. Die Frau hat das auch verstanden, aber sie meinte, so schnell sei sie nicht, sie käme mir nicht hinterher. Ich halte das für eine Ausrede.

 

Sie hat sich über mein Klo mit riesigem Dach amüsiert. Frauchen musste dann gleich erzählen, dass ich die Tür vom Klo schon nach einer Woche kaputt gemacht habe. Natürlich wurde gefragt, wie das passiert ist und sie erzählte dann auch noch, dass ich am Bügelbrett hoch auf den Vorratsschrank bin, dort den Partycontainer runtergeworfen habe, der dann blöderweise auf die Tür vom Klo fiel und die ist dann abgebrochen. Seitdem muss ich bei offener Tür mein Geschäft erledigen. Frauchen sagt, das sei ich nun selber Schuld, sie könne das nun nicht ändern. Naja, wir zwei wohnen ja alleine in der Wohnung. Also macht mir das nicht soviel aus. Es sieht mir ja keiner zu.

 

Zum Futtern gibt’s hier genug. Ich bin noch jeden Tag satt geworden. Jetzt habe ich nämlich drei Näpfe, manchmal vier. In dem einen bekomme ich zweimal am Tag mein Feuchtfutter. Eigentlich sind das vier Näpfe mit verschiedenen Motiven. Aber die sind eben nur für Feuchtfutter. Dann steht da der Wassernapf, der Trockenfutternapf und manchmal bekomme ich etwas Katzenmilch. Letztens gabs als Leckerli mal Hüttenkäse. Ich hätte speien können! So etwas Ekliges! Frauchen sagte, dass Caruso den geliebt hat. Naja, dieser Kater scheint einen seltsamen Geschmack gehabt zu haben.

 

Wenn ich rollig bin, kugel ich mich am Boden. Ich habe der Wohnung nun mal ein schwarzes Haarkleid verpasst. Frauchen meint, es sei ein Wunder, dass ich noch nicht kahl sei. Sie kommt dann mit diesem blöden lauten Saugeding und saugt alle meine Haare wieder vom Boden auf. Also muss ich ja neue verteilen. Ich kralle sehr gerne vor Wonne in den Teppich der Treppenstufen. Auch wieder etwas, das ich nicht darf. Frauchen will das nicht. Ich mache es aber trotzdem, allerdings nur, wenn sie nicht guckt. Letzte Nacht durfte ich nicht mit ins Schlafzimmer, und alles nur, weil ich das Bett angestrullert habe. Ich wollte doch bloß bisschen markieren, falls denn ein Kater des Weges kommt. Ganz schnell bin ich mit ins Schlafzimmer, als Frauchen ins Bett wollte. Aber es nützte nix, Frauchen hat mich gleich eingefangen, mich geküsst und dann vor die Tür gesetzt. Dann sagte sie noch: Nein, Du pinkelst mir nur das Bett an, so schweinzige Mädchen müssen dann mal draußen bleiben. Na, super! Wieso küsst sie mich dann? Ich habe im Flur gesessen und leise vor mich hin gesummt. Aber das wurde mir langweilig. Ich beschloss, im Wohnzimmer mal eine Vase umzuwerfen. Aber das war ein Schuss, der nach hinten losging. Ich habe nicht bedacht, dass dort Wasser drin sein könnte… Diese blöde Vase kippte von der Fensterbank, das Wasser lief aus und direkt auf und in meine Transportbox, die unterm Fenster steht. Nun konnte ich dort nicht mal reinklettern, es war ja alles nass! Frauchen meinte heute morgen, ich hätte sicher vergessen, den Bambus aus der Vase noch zu killen. Also, ich hatte nun wirklich genug zu tun, indem ich auf der nassen Box rum getappt bin und anschließend meine Pfotenabdrücke an die Scheiben pappen musste. Da konnte ich mich ja weiß Gott nicht noch um irgendwelchen Bambus kümmern.

 

Es gab dann immerhin wieder 4 Catnip-Bits, statt nur 2. So böse bin ich dann doch nicht bestraft worden.

 

Dann werde ich mal sehen, ob ich vielleicht noch eine artige Katze werde. Ich kanns aber nicht versprechen, weil ich es auch evtl. nur vielleicht versuchen werde.

Bis demnächst!

Eure Coco

 

 

1 Kommentar 20.6.07 15:02, kommentieren

06.06.-18.06.2007

Mein Name ist Coco. So hat mein neues Frauchen mich getauft. Angeblich rieche ich wie ein Parfüm, dessen Erfinderin meinen Vornamen trägt. Mir soll es egal sein. Endlich habe ich einen Namen.

Zwei junge Frauen haben mich aus einem Haus befreit, wo ich von einem nervigen kleinen Jungen sehr gequält wurde. Niemand hinderte das Kind daran, mir weh zu tun. Irgendwann musste ich zu Leuten, wo schon 2 große Katzen lebten. Diese beiden Katzen vermöbelten mich, sobald ich mich ihnen zeigte. Also versteckte ich mich hinter der Heizung. Man war immerhin so nett, mir Klo und Fressnapf dorthin zu bringen, auch wenn das Klo nie gereinigt wurde. Dann musste ich aber wieder zurück zu diesem schrecklichen Kind und seiner Mutter. Wieder wurde ich gequält. Aber eines Tages kamen Leute vom Amt und sie sagten, die beiden müssen aus der Wohnung ausziehen. Ich saß dann ganz alleine in einem Zimmer mit meinem übervollen Klo und wusste nicht, was nun aus mir werden würde. Ich hatte Angst. Es kamen zwei junge Frauen, die sich hektisch nach etwas umsahen. Ich begriff erst später, dass sie wohl nach mir gesucht haben. In Windeseile packten sie mich in die Transportbox und schnappten sich noch ein paar meiner persönlichen Dinge. Viel hatte ich ja nicht. Ich wurde nun in eine Wohnung gebracht, in der niemand lebte, der mich quälte. Aber das Frauchen war schon sehr besorgt, dass ich irgendetwas kaputt machen könnte. Ich wollte doch nur alles ansehen! Schließlich durfte ich noch nie alleine in einer Wohnung ungestört alles ansehen. Ich bekam neue Näpfe, ein neues Klo und Spielsachen. Auch eine Decke schenkte man mir. Es war alles soweit sehr schön, aber ich durfte mich eben nicht bewegen, ständig war das Frauchen da und sah genau hin, was ich als nächstes tat.

Kurze Zeit später kam eine Frau in die Wohnung. Sie setzte sich im Flur auf den Boden. Warum tut sie so was? Ich ging mal hin und stupste sie mit meinem Köpfchen. Sie schien ok zu sein. Sie saß dann am Tisch, die Frauen unterhielten sich und ich dachte mir, ich springe der Besucherin mal auf den Rücken. Die redete einfach weiter, zog mich zu sich nach vorne, streichelte mich und setzte mich auf den Boden. Was war das? Kein hysterischer Schrei? Ich sprang ihr auf den Schoß und starrte sie an. Irgendwer meinte, ich würde noch nach der Dame duften, die mich vorhin mal gestreichelt hatte. Diese Besucherin meinte, dann würde sie mich von nun an Coco nennen. Ich fands ok. Sie hielt mich auf dem Arm und ich sah sie mir genauer an. Mit den Pfoten tastete ich vorsichtig in ihrem Gesicht herum, aber es störte sie nicht. Dann fragte sie auf einmal, ob ich mit ihr mitkommen will und bat mich, in die Box zu gehen. Hm…. Ich war schon neugierig, was dann wohl kommen mag und tat ihr den Gefallen. Mitsamt meiner Box, dem Klo und dem Kratzbaum sowie ein paar Spielsachen fuhren wir im Auto. Ich guckte mir die Gegend an. Wir fuhren aus der Stadt aufs Land. Hier war es viel mehr grün als in der Stadt. Vor einem Haus hielten wir dann an. Ich wurde ins Haus gebracht, genau wie meine ganzen Sachen. Die Haustür wurde verschlossen und die Tür meiner Box geöffnet. Ich bin dann doch mal raus aus der Box und hab mich umgesehen. Hm…. Hier roch es nach Kater! Zu der Zeit war ich rollig und dieser Kater kam mir gerade Recht! Ich erkundete erstmal die Wohnung und bin mal kurz aufs Klo. Dann beschloss ich, den Kater zu suchen. Damit er mich auch auf jeden Fall wahrnimmt, markierte ich alle Gegenstände, die stark nach ihm rochen mit meinem Urin. Ich verbrachte Tage damit, aber dieser Kater tauchte nie auf. So langsam hege ich den Verdacht, der wohnt gar nicht mehr dort.

In der ersten Nacht habe ich auf meinem neuen Frauchen wild rumgeturnt. Sie schimpfte: Coco, hör bitte auf damit. Ach, ich hatte keine Lust, aufzuhören. Also tobte ich weiter. Aber was tat sie?? Sie schnappte mich, setzte mich vor die Tür, schloss sie und ich saß da auf dem Flur und guckte dumm. Sowas. Ich jaulte etwas, aber sie ließ sich nicht erweichen. Dumm gelaufen. Besser, ich werde in Zukunft die Nacht ruhiger angehen, sonst muss ich wieder im Flur bleiben.

Ich darf nicht auf dem Tisch rumturnen. Hat mein Frauchen mir verboten. Aber ich tue es trotzdem, allerdings nur dann, wenn sie nicht da ist. Trotzdem merkt sie es. Immer, wenn sie heimkommt, sagt sie ganz drohend: Cocooooo?? Warst Du wieder auf dem Tisch?? Wenn ich noch wüsste, woran sie das erkennt! Ich werfe mich dann zu Boden und halte ihr meinen Bauch hin zum Kraulen. Damit habe ich sie schnell weichgekocht.

Sie hat einen Schrank, der ist innen ganz kühl. Wenn sie den öffnet, riecht es nach leckeren Dingen, die ich noch nicht kenne. Ich springe gerne einfach hinein, um einen kurzen Blick zu erhaschen. Aber ich darf es nicht. Sie hebt mich immer wieder dort raus. Ich werde das trotzdem weiterhin tun. Es riecht eben so gut dort drin.

Es gibt eine Treppe in der Wohnung, die ist mit Teppichboden ausgelegt. Hier wälze ich mich mit Vorliebe bevor ich weiter renne auf den Dachboden. Rauf und runter renne ich, mehrmals am Tag. Da oben ist es klasse. Etwas viele Spinnweben, aber man kann herrlich dort toben und in den Dachbalken wandern. Hier riecht es auch nach Kater. Auch wenn der vielleicht nicht mehr dort wohnt, ich habe vorsichtshalber auch dort meinen Urin abgesetzt. Man weiß ja nie.

Vor ein paar Tagen war ein Gewitter. Ich hatte Angst. Mein neues Frauchen ging gebückt und suchte etwas am Boden. Hoch oben saß ich auf einem kleinen Rattanregal und dachte mir: Wen oder was sucht die denn da bloß, ich bin doch hier oben! Ich sang leise vor mich hin, um auf mich aufmerksam zu machen. Plötzlich drehte sie sich um, starrte mich aus schreckgeweiteten Augen an und meinte nur: Coco!! Wie um Himmels Willen bist Du denn da hoch gekommen? Tja, das ist mein Geheimnis, das sag ich keinem.

Ich kann noch höher gelangen, wenn ich will. Auf dem Kleiderschrank im Schlafzimmer bin ich schon gewesen. Der ist sehr hoch, bis knapp unter die Zimmerdecke. Aber ich habs geschafft. Leider bin ich alleine nicht mehr runtergekommen und musste dann doch kläglich maunzen, damit mein Frauchen mit der Leiter angerückt kam. Peinlich wars mir schon. Als sie mich runtergehoben und die Leiter wieder weggebracht hatte, versuchte ich es nochmal: Ich sprang auf die Tür und von dort mit einem Satz auf den Schrank. Jetzt musste ich einen Weg finden, alleine dort runter zu kommen. Gott sei Dank hängt neben dem Schrank an einem Garderobenhaken allerhand Kleidungszeug vom Frauchen. Ich ließ mich mit ausgefahrenen Krallen langsam daran herabgleiten. Na, wer sagts denn! Geht doch!

Etwas später muss mein Frauchen irgendwie dahinter gekommen sein, wie ich gedenke, von nun an vom Schrank zu klettern. Sie schimpfte mich aus, dass ich ihre Kleider kaputt reiße und dass das so nicht ginge, sie würde sich was einfallen lassen. Naja, warte ich halt ab, was da kommt.

Wenn sie ein Zimmer lüftet, darf ich nicht dort rein. Ich würde ihr aus dem Fenster springen, meint mein Frauchen. Ja, ok. Ich würde es eben einfach mal probieren. Aber sie lässt mich nicht. Ich muss dann im Flur warten und wenn das Fenster zu ist, darf ich wieder ins Zimmer. Gestern bin ich aber ganz schnell zwischen ihren Füßen durch und rein in das Zimmer mit offenem Fenster. Jucheeee! Aber mein Frauchen sagte so böse: COCO!!! Ich bin auf der Stelle stehen geblieben und reumütig raus gegangen. Ich will ja keinen Streit mit ihr, sie ist ja sonst ganz ok.

Wenn das Frauchen auf dem Dachboden etwas in Kartons sucht, habe ich Spaß. Ich lasse mich dann von den Dachbalken in den Karton fallen und kreische etwas im Flug. Wieder sagt sie: Cocoooooo!! Wo kommst Du denn her geflogen? Ich glaube, der Kater, der dort mal wohnte, der flog nie so in der Gegend rum wie ich. Wenn das Frauchen im Bad ist, setze ich mich ins Waschbecken, dann kann ich ihr besser zusehen. Ich darf aber nur auf dem Rand sitzen, weil ich dort nicht nasse werde, meint sie. Aber ich sitze viel lieber mitten drin im Becken. Durch die Badewanne laufe ich auch gerne. Man kann auch prima in das Abflussloch reinstrullern. Ich habe das öfter getan, aber das Frauchen hat mich ausgeschimpft. Dazu sei mein Klo schließlich da. Na guuuut, dann mach ich das halt ins Klo.

Sie schimpft mit mir, dann küsst sie mich. Eine merkwürdige Person. Aber sie scheint ok zu sein. Wenn sie mich geschimpft hat, dann werfe ich mich zu Boden, versuche niedlich und unschuldig auszusehen und meistens funktioniert das auch. Dann ist sie schon ziemlich angetan von mir. Sie sagt es nicht, aber ich spüre es deutlich!

Wenn sie mein Essen zubereitet, bin ich SEHR ungeduldig. Zuerst habe ich mich ganz lang gestreckt, um mit den Pfoten etwas von der Anrichte zu klauen. Aber ich bin viel zu klein dazu und hätte mir dafür beinahe noch die Pfoten in der Schublade geklemmt. Wieder bekam ich geschimpft, dass ich doch aufpassen soll, ich könne mir doch weh tun! Also bin ich auf die Anrichte gehüpft, weil ich doch SO ungeduldig bin! Das Frauchen sagte dann, ich solle doch am Boden warten und nicht mit dem Kopf in ihrer Salatschüssel hängen. Sie küsste mich und setzte mich auf den Boden. Aber ich bin doch SO ungeduldig. Dann hat sie mein Futter auf den Platz gestellt und ich schlinge dann immer sehr. Sie sagt immer: Coco, schling doch nicht so, Dir nimmt keiner was weg. Na…. Du hast eine Ahnung. Da, wo ich schon gewesen bin, die beiden großen Katzen, die haben mir immer alles weggenommen. Lieber ich beeile mich.

Das Frauchen schubbelt mich immer ganz doll und sie bürstet mein Fell, damit mein Drahthaar etwas geschmeidiger wird. Und die ganzen Spinnweben müssen aus dem Fell. Die bleiben einfach an mir kleben. Ich will das gar nicht. Aber das Frauchen kämmt das ja wieder weg.

Sie sagt immer, ich sei ihre Coco-Maus. Ich werde ihr nicht verraten, dass ich keine Maus bin.

Am liebsten renne ich den ganzen Tag rum, hüpfe, springe, tobe und ich liebe meinen Fellball. Leider ist nicht mehr soviel Fell dran. Vielleicht kauft Frauchen mir ja einen neuen, wenn der hier hin ist?

Ich kann vom Bett auf den kleinen Schrank im Schlafzimmer springen und sicher landen. Frauchen sagt, ich könne fliegen. Sie sagt: Vorsicht, tieffliegende Coco von rechts! Nun bin ich mal gespannt, ob ich hier länger bleiben darf. Bei meinem letzten Frauchen durfte ich nicht lange bleiben. Die war ja so nervös, wenn ich mich bewegte. Ich mochte auch nicht gerne fressen dort, weil es alles stressig war. Jetzt futtere ich einfach mal drauflos. Das Frauchen stört sich nicht dran, ob ich rumfliege oder springe. Sie sagt eben nur mal was, wenn ich etwas nicht darf, aber sie rennt mir nie hinterher. Sicher hat sie keine Lust dazu. Ich würde ja gerne hier bleiben. Es ist so schön viel Platz zum Rennen und ich habe viele Spielsachen. Muss ich mal abwarten, ob ich bleiben darf. Ich bin auch immer ganz lieb und gebe viel Köpfchen, schnurre und lecke dem Frauchen die Finger. Es sieht manchmal so aus, als ob sie mich schon sehr mag.

Manchmal kommt ein älterer Herr zu Besuch, der sagt, ich sei ein kleiner schwarzer Teufel. Er ist der Vater von meinem Frauchen. Ich muss mich an ihn gewöhnen, aber er scheint ganz nett zu sein. Auch die Schwester vom Frauchen war mal da. Aber da bin ich sehr, sehr vorsichtig. Die riecht nach Hund!

Ansonsten muss ich immer von einer Fensterbank zur nächsten hüpfen, wenn der Vermieter draußen den Hof fegt und die Blumen gießt. Er hat mich schon sehr amüsiert angesehen. 

Ich kann mittlerweile sehr gut erkennen, wenn mein Frauchen nach Hause kommt. Dann flitze ich im Eiltempo die Treppe runter und stürme ihr entgegen. Ich bekomme dann ein Katzenleckerli von ihr. Und sie küsst mich. Ja, sie küsst mich öfter und streichelt mich sehr viel. Ich gebe auch bereitwillig Köpfchen und küsse sie auch, wenn ich Lust dazu habe. Sie wirft mir manchmal Bälle zu, die ich fangen soll. Aber das kann ich noch nicht so gut. Ich kann die Bälle besser selber treten und durch die Gegend schleudern.  

Mein Frauchen fotografiert mich ständig. Keine Ahnung, was sie mit sovielen Fotos macht. Bisher hat mich noch keiner fotografiert. Sie sagt immer, ich sei eine sehr hübsche Katze. Hat mir auch noch keiner vorher gesagt. Ich wills einfach mal glauben. Mein Fell glänzt nun auch schön, weil ich oft gebürstet werde und mein Bäuchlein ist nicht mehr ganz so mager. Ich habe jetzt schon leicht weibliche Rundungen und bin sehr stolz drauf.

 

So, für heute ist dann mal genug berichtet. Ich melde mich hier immer mal wieder, dann könnt Ihr meine neuesten Geschichten lesen.

 

Eure Coco

 

 

 

 

1 Kommentar 18.6.07 15:32, kommentieren